Lauras CI-Erfahrung

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Erfahrungen & Geschichten

Lauras CI-Erfahrung: vom Hörverlust zur neuen Hörwelt

Laura ist von Geburt an schwerhörig. Mit 11 Jahren wurde ihr linkes Ohr nach einem Hörsturz taub, das rechte Ohr war an Taubheit grenzend schwerhörig. Viele Jahre kam sie mit einem Hörgerät zurecht. Bis ein weiterer Hörsturz alles veränderte.

In diesem persönlichen Erfahrungsbericht erzählt Laura, warum sie sich nach vielen Jahren doch für ein Cochlea-Implantat entschieden hat, wie sie die erste Zeit erlebt hat und welche Geräusche ihr besonders in Erinnerung geblieben sind.

Laura lächelt in die Kamera. Ihr Cochlea-Implantat ist sichtbar.

Vorweg wichtig

Jede CI-Erfahrung ist anders.

Lauras Geschichte ist ein persönlicher Erfahrungsbericht. Sie ersetzt keine medizinische Beratung und keine individuelle CI-Beratung. Aber sie kann Mut machen, Orientierung geben und zeigen, wie unterschiedlich Hörwege sein können.

Wer ist Laura?

Kurz gesagt

Laura ist von Geburt an schwerhörig. Sie nutzt Gebärdensprache und trägt heute ein Cochlea-Implantat auf dem rechten Ohr. Das linke Ohr ist taub.

Ihr Hörweg

1996 hatte Laura mit 11 Jahren einen Hörsturz. Das linke Ohr wurde taub, das rechte Ohr war an Taubheit grenzend schwerhörig. Damals stand schon die Frage im Raum: CI ja oder nein? Laura entschied sich zu diesem Zeitpunkt dagegen.

Lauras Weg in kurzen Stationen

  • Von Geburt an: Laura ist schwerhörig.
  • 1996: Hörsturz mit 11 Jahren. Das linke Ohr wird taub. Das rechte Ohr ist an Taubheit grenzend schwerhörig und wird mit Hörgerät versorgt.
  • Damals: Die Frage nach einem Cochlea-Implantat steht im Raum. Laura entscheidet sich dagegen.
  • Oktober 2016: Hörsturz auf dem rechten Ohr mit Tinnitus. Mit dem Hörgerät versteht Laura nichts mehr.
  • Nach fünf Monaten: Keine Besserung. Laura beginnt, sich intensiv mit dem CI zu beschäftigen.
  • Februar 2017: Die CI-Operation findet in Hannover statt.
  • Sechs Wochen später: Die Erstanpassung beginnt. Laura lernt Hören neu.

Als plötzlich nichts mehr ging

Im Oktober 2016 hatte ich einen Hörsturz auf dem rechten Ohr. Danach bekam ich Tinnitus und konnte mit dem Hörgerät auf diesem Ohr nichts mehr verstehen.

Mein linkes Ohr war schon lange taub. Das rechte Ohr war bis dahin mein wichtiges Hörohr. Als auch dort nichts mehr ankam, war das für mich eine sehr schwere Situation.

Komplett taub zu sein, fühlte sich für mich leer und still an.

Besonders gefehlt haben mir Musik, Stimmen und die vielen kleinen Geräusche im Alltag. Ich arbeite im Büro, lese viel am PC und muss mit Kolleginnen und Kollegen kommunizieren. Hören war für mich schon vorher anstrengend. Nach dem Hörsturz wurde es noch schwerer.

Die Entscheidung für ein Cochlea-Implantat

Schon als Kind stand bei mir einmal die Frage im Raum: Cochlea-Implantat ja oder nein? Damals war ich 11 Jahre alt. Ich entschied mich dagegen.

Nach dem Hörsturz 2016 war die Situation anders. Nach fünf Monaten hatte sich mein Hören nicht verbessert und der Tinnitus blieb. Also musste ich mich erneut mit dem Thema Cochlea-Implantat beschäftigen.

Ich habe viel gelesen, im Internet recherchiert und mich mit anderen Betroffenen ausgetauscht. Besonders hilfreich war für mich eine Facebook-Gruppe. Dort konnte ich Erfahrungen lesen und Fragen stellen.

Schließlich entschied ich mich für die CI-Operation in Hannover. Im Februar 2017 war es dann so weit.

Laura in ruhiger Umgebung. Das Bild begleitet den Abschnitt über ihre Entscheidung für ein Cochlea-Implantat.

Nach der OP: Geduld statt Wunderknopf

Die Operation verlief gut. Sechs Wochen später bekam ich mein CI. Am Anfang hatte ich sehr hohe Erwartungen.

Ich merkte aber schnell: Ein CI ist kein Schalter, den man anmacht und dann ist alles sofort wieder wie früher. Mein Gehirn musste das Hören erst neu lernen. Die neuen Reize mussten verarbeitet und eingeordnet werden.

Ich musste Geduld haben. Mein Gehirn musste das Hören erst wieder völlig neu lernen.

Drei Monate lang habe ich intensiv Hörtraining gemacht. Jeden Tag kamen neue Geräusche dazu. Manchmal war das anstrengend. Aber es war auch spannend, weil ich meine Hörwelt Stück für Stück neu entdeckt habe.

Das erste besondere Geräusch

Ein Geräusch ist mir besonders in Erinnerung geblieben: das Zwitschern der Vögel.

Das erste Geräusch, das ich laut wahrnahm, war das Zwitschern der Vögel.

Danach hörte ich jeden Tag neue Töne, die ich vorher mit dem Hörgerät nie so wahrgenommen hatte. Ich war neugierig und motiviert. Oft musste ich andere Menschen oder meine Mutter fragen:

Was ist das für ein Geräusch?

Musik, Telefonieren und Fernsehen

Musik

Musik zu hören, war für mich eines der schönsten Erlebnisse. Ich konnte plötzlich Texte verstehen und Töne viel besser heraushören. Wenn ein Lied begann, erkannte ich es sofort.

Telefonieren

Früher konnte ich nur mit meiner Mutter oder mit Frauen mit hoher Stimme telefonieren. Tiefe Männerstimmen verstand ich kaum. Mit dem CI konnte ich endlich auch Männerstimmen verstehen.

Papa anrufen

Endlich mit meinem Papa telefonieren zu können, war ein wunderschönes Gefühl. Später traute ich mich sogar, selbst beim Arzt anzurufen.

Fernsehen und Radio

Beim Fernsehen übte ich mit einem Mini-Mikrofon auch ohne Untertitel. Sogar Radiohören klappt heute wieder.

Was mir auf meinem CI-Weg geholfen hat

Besonders wichtig war für mich, dass ich nicht allein war. Ich konnte mich informieren, Erfahrungen von anderen lesen und hatte Menschen um mich, die mich unterstützt haben.

Austausch

Der Austausch mit anderen Betroffenen hat mir geholfen, meine Entscheidung besser einzuordnen.

Geduld

Hören mit CI musste ich Schritt für Schritt lernen. Es war kein Sofort-Wunder, sondern ein Weg.

Hörtraining

Das regelmäßige Üben war wichtig, damit mein Gehirn die neuen Höreindrücke besser verarbeiten konnte.

Familie

Meine Familie hat mich auf diesem Weg unterstützt und mir Mut gemacht.

Mein Fazit

Ich bin von Geburt an schwerhörig und nutze Gebärdensprache. Mein Weg mit dem Cochlea-Implantat war nicht immer leicht, aber er hat mir viel zurückgegeben.

Für die Erfahrung mit dem CI und für dieses Geschenk bin ich unendlich dankbar.

Ich kann heute wieder Musik hören, Stimmen besser verstehen, telefonieren, fernsehen und viele Geräusche im Alltag wahrnehmen. Für mich ist das ein großes Geschenk.

Gleichzeitig weiß ich: Jeder CI-Weg ist anders. Man braucht Geduld, Übung und Unterstützung. Aber für mich hat sich dieser Weg gelohnt.

Sarahs Einordnung

Was ich an Lauras Geschichte besonders wichtig finde: Sie zeigt, dass eine CI-Entscheidung sehr persönlich ist.

Laura hatte sich als Kind zunächst gegen ein Cochlea-Implantat entschieden. Viele Jahre später war ihre Situation eine andere. Erst nach dem erneuten Hörsturz, dem Tinnitus und mehreren Monaten ohne Besserung wurde das CI für sie der passende Weg.

Ein CI ist keine Entscheidung nach Schema F.

Es geht immer um die persönliche Hörsituation, die medizinischen Voraussetzungen, die Erwartungen und das eigene Bauchgefühl.

Genau deshalb sind persönliche Erfahrungsberichte so wertvoll. Sie ersetzen keine Beratung, aber sie können helfen, Fragen zu sortieren und Mut zu machen.

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Hast Du eigene Erfahrungen mit CI?

Vielleicht stehst Du gerade selbst vor der Frage: Cochlea-Implantat ja oder nein? Oder Du bist schon CI-Trägerin oder CI-Träger und hast Deinen ganz eigenen Weg erlebt.

Dann darfst Du Dich auf Sarahs Ohr gern wiederfinden. Erfahrungen sind unterschiedlich. Und genau deshalb sind sie so wertvoll.

Echte Geschichten können anderen Mut machen.

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